Kalzium die Gefahr fürs Herz

Kalzium die Gefahr fürs Herz

Mit Nahrungsergänzungsmitteln wurden in 2013 rund 900 Millionen Euro Umsatz generiert. Dieser zu einem großen Teil in Apotheken. Das können VitamineMineralstoffe und Spurenelemente,Aminosäuren, aber auch Ballaststoffe, Pflanzen oder Kräuterextrakte sein.  Für alles gibt es diese freiverkäuflichen Helferlein. Vitaminpräperate für Mann oder Frau, Magnesium, Kalzium und Multitabletten gegen Erkältung bis Harndrang. Ob dieses immer einen Sinn macht, ist inzwischen sehr zweifelhaft. Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann auf diese Ergänzung verzichten.  Das Bundesamt für Risikobewertung spricht eine eindeutige Sprache. Nur in absoluten Ausnahmefällen machen diese Mittel einen Sinn.  Magnesium- und Kalciumpräparate liegen hier auf den ersten Plätzen der Skala der verkauften Ergänzungsmittel.

Zu viel Kalzium geht aufs Herz

Kalzium schützt die Knochen vor Osteoporose. Die Empfehlung liegt bei 1000mg pro Tag für einen erwachsenen Menschen.  Es sorgt für Stabilität und Bruchsicherheit. Kleinere Mengen werden für die Blutgerinnung benötigt oder können zur Signalübertragung aus dem Blut in die Zellen abgegeben werden. So beeinflusst es auch Herzmuskulatur und Herzfunktion. Die Summe aus Nahrungsergänzung und Ernährung sollte laut dem Dachverband Osteologie (DVO) 1500 mg täglich in der Regel nicht überschreiten.

Nahrungsergänzungsmittel

„Viel hilft viel“ ist eine verbreitete Meinung.   Inzwischen gibt es  Eine Studie aus Schweden, deren Ergebnisse Anfang 2013 in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ)     http://www.bmj.com  veröffentlicht worden sind. Die Studie zeigte, die Zahl der Todesfällen bei Frauen, die täglich mehr als 1400 Milligramm (mg) Kalzium über ihre Nahrung und Ergänzungspräparate zu sich genommen hatten, war deutlich erhöht. Oft geschieht dieses in Kombination mit Vitamin D. Diese ausschließlich bei Frauen festgestellte Erhöhung wird darauf zurückgeführt, dass Männer wesentlich weniger zu solchen Ergänzungsmitteln greifen.

Die Universität Uppsala wertete die Daten von 61.443 schwedischen Frauen der Jahrgänge 1914 bis 1948 aus der „Swedish Mammography Cohort“ aus und verglich diese mit der Todesursachenstatistik, wie das British Medical Journal berichtet. Die Kalziumaufnahme wurde in Quartile eingeteilt. Die Studienteilnehmer der untersten Quartile nahmen im Schnitt 572 mg/Tag zu sich. In der Quartile mit der höchsten Kalziumaufnahme lag der Mittelwert bei 2137 mg/Tag. Während der 19-jährigen Nachverfolgung starben 3862 (32%) der Beobachteten an kardiovaskulären Erkrankungen, 1932 (16%) an Herzinfarkt und 1100 (8%) an Schlaganfall. Der höchste Anteil kardiovaskulärer Todesfälle war in der Gruppe derjenigen, die mehr als 1400 mg Kalzium täglich aufnahmen. Die Rate war doppelt so hoch wie in der Gruppe mit einer täglichen Kalziumaufnahme zwischen 600 und 999 mg/Tag.

Zu wenig Kalzium birgt ebenso Gefahren

Doch auch in der untersten Quartile mit einer Kalziumaufnahme unter 600 mg/Tag war die Mortalität erhöht. Die plausibelste Erklärung laut  Michaelsson: Sowohl eine zu hohe als auch eine zu geringe Kalziumaufnahme kann die hämostatische Balance  beeinträchtigen. Amerikanische Studien weisen ähnliche Ergebnisse aus. Ausgewertet wurden Daten der „National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study“ mit 388.229 Männern und Frauen im Alter von 50 bis 71 Jahren. Hier ergab sich eine 20 % höhere Sterblichkeit bei Männern  mit kardiovaskulären Erkrankungen. Diese trat bei einer Ergänzung von 1000mg über supplementierte Kalziumzufuhr (über Ergänzungsmitteln) auf.

Natürliches Kalzium ist beste Vorsorge

In allen Studien hatten Personen, die Kalzium ausschließlich aus Nahrungsmitteln aufnahmen – ohne Supplementierung in Tablettenform  – die besten Resultate: Bei ihnen ließen sich keine ungünstigen Auswirkungen auf das Überleben nachweisen. Mit einer ausgewogenen Ernährung liefert der tägliche Genuss von Milch, Milchprodukten, Käse, Nüssen und z.B. Bananen die notwendige Menge an Kalzium.

PP

Titelfoto: Andrea Damm  / pixelio.de