Mitarbeiter Ranking ist Rohrkrepierer

Mitarbeiter Ranking ist Rohrkrepierer

Mitarbeiterrankings, Wettbewerbe bei Verkäufern oder ganzen Firmenabteilungen sollten die Motivation erhöhen. Teilweise wirken sich diese Rankings auf die Bezahlung oder Prämien aus. Da wurden dann Rennlisten ans Schwarze Brett getackert und jeder konnte sehen, wer „winner“ und „looser“ ist. Beliebt sind solche Rankings gerade in Verkauforganisationen und Strukturvertrieben. Aber auch gekoppelt an Akkordlöhne und zahlenmäßiges Abarbeiten von Tätigkeiten sind diese Wettbewerbe anzutreffen.

Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit hat in einer Studie festgestellt, dass das Ziel solcher Maßnahmen durchaus nach hinten losgehen kann.Hier wurde festgestellt: Der Spitzenreiter strengt sich weniger an, wenn er schon im Zwischenergebnis so gut wie uneinholbar dasteht. Diejenigen, die keine wirkliche Chance auf eine Prämie haben, machen eher Dienst nach Vorschrift. Solche Rankings können nur dann gemäß dem Ziel funktionieren, wenn es eine recht homogene Mannschaft ist.

Teamwork

im Team besser..?
Foto: IBS-media

Bei homogenen Gruppen, die sich nicht in eine gruppendynamische Schieflage bringen lassen wollen, läuft ein solcher Versuch der Leistungssteigerung ins Leere. Solche Gruppen sind selten und auch gerade in den Bereichen solcher Maßnahmen nicht erwünscht.

Optimal läuft eine solche Gruppe, wenn es keine Ausreisser nach oben – oder unten gibt. Je mehr die Chance haben, doch noch durch eine Leistungssteigerung in die nächste Prämiengruppe zu kommen, desto besser funktioniert diese Strategie.

Die Absenkung der Produktivität durch diese Methoden, insbesondere wenn eine immerwährende Aktualisierung der Leistungsstände erfolgt, übersteigen die wenigen Leistungsschübe einzelner Mitarbeiter bei weitem.

Moderne systemische Ansätze, die auf ein erfolgreiches Miteinander unter Berücksichtigung der Stärken von Mitarbeiter setzen, werden nun endlich wohl etwas mehr Raum greifen. 

Paul Pawlowski/IDW

Titelfoto:  Silke Kaiser / pixelio.de