Özdemir im PEGIDA-Sprech

Özdemir im PEGIDA-Sprech

Cem Özdemir hat sich einmal den Islam und das was darin und in Deutschland passiert angeschaut. Komm zu ganz erstaunlichen Ergebnissen, die mich nicht erstaunen. Das liegt auf der Hand.
Nachfolgend wörtlich Herr Özdemir (kursiv). Texte aus dem Interview mit dem Deutschlandfunk v. 13.1.2014.

Eingefügt wurden die nicht kursiven aber fetten Passagen von mir. Könnte man glatt unter großem Beifall auf einer PEGIDA-Demo verlesen – oder…?

Ich empfehle es, dass wir Religion und Staat voneinander trennen. Das hat, glaube ich, die Aufklärung nicht nur mit sich gebracht, sondern das hat uns insgesamt gut getan. Das heißt nicht, dass das Religiöse sich zurückziehen muss vollständig ins Private. Wir leben ja in einem Land, das ein säkulares Land ist. Das heißt, die Religion muss sich nicht verstecken. Aber es muss klar sein: Die Entscheidungen werden von der Politik getroffen und die Religionsgemeinschaften bei uns wirken mit, sie haben eine wichtige Rolle, aber entschieden wird in der Politik und das darf man nicht miteinander vermischen. Und auch genau abwägen, ob die Interessen zum Wohle der gesamten Gesellschaft taugen.

Ich habe das Gefühl, ..die hier lebenden Muslime ( Anm. der Redaktion)in der Türkei gibt es ja den Laizismus und die Mehrzahl der Muslime in Deutschland kommen ja aus der Türkei -, die haben die Trennung von Staat und Religion schon mehr oder weniger akzeptiert. Umso bedauerlicher ist, dass die gegenwärtige türkische Führung unter Staatspräsident Erdogan und der AKP-Regierung das doch Schritt für Schritt in Frage stellen, relativieren und leider auch abbauen.

Cem Özdemir

Cem Özdemir Foto: Sepp Spiegl

Radikalisierung von Muslimen, was es zweifelsohne gibt – das ist sehr bedauerlich – auch, dass es bei manchen doch ein hohes Maß an Unkenntnis gibt über die Gesellschaft, in der man lebt. Das hat auch was damit zu tun, dass wir die Einwanderer, die zu uns gekommen sind, ja in erster Linie als Arbeitskräfte betrachtet haben und nicht als künftige Bürger, künftige Mitbürger, künftige deutsche Staatsbürger. Auch eigene Anstrengungen der Einwanderer gehören natürlich dazu.  Da ist ja auch manches anders ist wie im Herkunftsland, dass man manche Dinge selber organisieren muss und Vorkehrungen treffen muss.

Die erste, zweite, dritte und mittlerweile auch vierte Generation leben ja nun nebeneinander her. Wenn wir ehrlich sind, reden wir über zehn, 20 Jahre Einwanderungsgeschichte. Davor gab es de facto ja eigentlich keine, war vorgesehen, dass die Menschen kommen und irgendwann wieder gehen. Beide Seiten, sowohl die Einwanderer als auch die Aufnahmegesellschaft, hatten am Anfang nicht wirklich gewusst, worauf sie sich einlassen. Alle Beteiligten haben es sich selbst überlassen und nicht hingesehen. Mit der Folge, dass solche Parallelgesellschaften teilweise entstehen konnten. Wenn man die Sprache nicht gut kann – das kann man halt nun mal nicht, wenn man aus einem anderen Land kommt -, dann ist es wichtig, dass die Kinder möglichst früh mit Leuten zusammenkommen, die die Sprache gut können, also auf den Kindergarten gehen, in die Schule gehen und dort die Sprache erlernen können. 

Ich halte gar nicht so viel davon, dass wir Politiker Religion benoten oder bewerten. Ich glaube, jede Religionsgemeinschaft lebt ja von den Menschen, von denen, die in die Gotteshäuser gehen und praktizieren. Die sind entscheidend dabei, wie das Gesicht einer Religion aussieht. Jeder muß sich selber natürlich auch immer fragen, was man denn selber für einen Beitrag dazu leistet, wie die eigene Religionsgemeinschaft dasteht.  Aber – und auch das gehört leider zur Realität dazu – wir sehen eben auch, dass aus den Moscheen heraus Jugendliche sich radikalisieren, verloren gehen auch ihren Eltern, und auch da brauchen wir die Moscheen, denn ohne und gegen die Moscheen werden wir diese Auseinandersetzung, wohin die Jugendlichen sich orientieren, nicht gewinnen können. Das ist die entscheidende Frage, wie der Islam sich gestaltet in diesem Land und wie er wahrgenommen wird. Da liegt die Verantwortung für den Islam in Deutschland.

Auszug aus dem Interview beim DLF v. 13.1.2014

Foto: Sepp Spiegl

 

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