Sucht im Alter

Sucht im Alter

Immer mehr zeigt sich ein Problem, das im Stillen daher kommt. Sucht im Alter ist in manchen Bereichen eine fast zwangsläufige Erscheinung. Jahrelange Schmerztherapie mit Tabletten oder eine chronische Erkrankung bewirken, dass die Einnahme von Medikamenten zum täglichen Ablauf gehört. Oftmals kommt noch die alte Volksweisheit. „Viel hift viel!“ dazu. Dann werden z.B. bei verschiedenen Ärzten Arzneimittel der gleichen Wirkstoffgruppe quasi abonniert. Der Betroffene gerät oft schleichend in eine Sucht, die er zunächst gar nicht als Gefahr sieht.

Bei unserer demografischen Entwicklung ist diese Erscheinung fast normal. Immer älter und kränker. Beruhigungs- und Schlafmittel gehören zum täglichen Ritual. Mehr als 20 Prozent der über 60-Jährigen Frauen greifen regelmäßig zu Tabletten. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zeigt Zahlen.  Männer neigen eher zum Konsum von Alkohol. Sie neigen bis zu 27 Prozent zum bedenklichen Alkoholkonsum, wie die DHS belegt. Die unheilige Kombination von beidem ist bei Frauen eher anzutreffen. Isolation und auch fehlende soziale Kontrolle verhelfen dazu, die Schwelle recht niedrig zu setzen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung geht von ca. 400.000 Alkoholkranker über 60 Jahre aus. Die Pflegedienste schätzen einen Anteil von 14 Prozent Abhängiger in der ambulanten Pflege.  Auslöser für Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bei älteren und alten Menschen kann ein einschneidendes persönliches Ereignis wie die Bewältigung des Übergangs von der Arbeit in den Ruhestand oder der Verlust des Lebenspartners sein.

Dieser TV-Beitrag von SFR I greift das Thema auf:

Rat und Hilfe für Angehörige und Betroffene gibt viele. Hier die Liste der Einrichtungen und Beratungsstellen der Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Paul Pawlowski, pp