Corona-App, freiwilliger Suizid der Freiheit

Corona-App

Leider stehen fast jeden Tag unsere Politiker vor der Presse und müssten eigentlich sagen, dass sie die Hosen gestrichen voll haben. Ob Corona, ein Vulkanausbruch in der Eifel, oder der berühmte Flugzeugabsturz oder Angriff auf ein Atomkraftwerk, jedes Mal hätten wir das gleiche festgestellt: Zu wenig Betten, keine Schutzausrüstung und unzureichende Vorsorge für die Bevölkerung.  Dadurch verursacht, eine Rate von Todesfällen, die eine vorangegangene Politik nachweislich begünstigt hat.

Die Jod-Tabletten, die man populistisch in der Grenzregion zu Belgien und Frankreich einkaufte, sprechen eine eindeutige Sprache. Atomkraftwerke verkauft man heute noch als sicher, ohne sich um die Abfälle zu kümmern. Im Ergebnis stellen wir fest, dass zu Gunsten von Kapitaleignern und deren Spekulanten, Milliarden an Steuergeldern zum Nachteil der Bevölkerung ausgegeben wurden.

Da es weder ausreichenden Mundschutz, geschweige denn taugliche Tests und Laborkapazitäten gibt, wird mit allen Mitteln versucht, die Presserklärung: „Wir beklagen 100.000de von Toten durch unsere Versäumnisse“ dadurch zu vermeiden, dass man ein Land quasi lahmlegt und jetzt per Polizei, Denunziantentum, Bundeswehr und per IT-Technologie überwachen will. Ich habe vollstes Verständnis für dieses Vorgehen. Wer gibt das schon gerne zu. Allerdings spreche ich denen im Sinne der Frau Merkel, mein „vollstes Vertrauen“ aus. Spätestens bei der nächsten Wahl ist diese Art von „Volksvertretung“ zu beenden.

Aushebelung des Datenschutzes

Forscher haben die Initiative „Pan-European Privacy Preserving Proximity Tracing“ (PEPP-PT) vorgestellt. Gemeinsam mit der neuen Bundesregierung (RKI und AKK) wird eine App getestet, die „anonym“ per Bluetooth Daten auf Smartphones überträgt und speichert. Ein Freiwilliger, der positiv den Erreger hat, meldet dieses der App. Damit einer zentralen Stelle, die nicht näher bezeichnet ist. Die Kontaktpersonen, also alle, die im Umkreis von zwei Metern als App-Nutzer registriert sind, bekommt dann die Meldung, er hatte einen kritischen Kontakt. Er möge sich also selbst in Quarantäne begeben oder testen lassen. Das System wird auf dem Gelände der Berliner Julius-Leber-Kaserne sowohl in Innenräumen als auch draußen getestet.

Bluetooth-Bewegungsdaten
Bluetooth – Bewegungsdaten
(c) ZHAW Institut

Diese Datensammlung soll also anonym und ohne Koordinaten der Begegnung jemanden über einen kritischen Kontakt der letzten 20 Tage informieren. Man erfährt nicht, wer der Erkrankte ist. Soweit so gut. Dann wird gelöscht….. Frage: Was und wo? Auf meinem Smartphone oder in der gigantischen Datenbank, oder beides?

Philipp Banse, DLF schreibt dazu: Technisch lassen sich die App und die gesammelten Daten auf dem Smartphone wieder löschen. Es kommt aber auf die Programmierung an. Zudem müssten ganz klare Regeln und Vorgaben vereinbart werden, wann die Daten auch auf den Servern der Sammelstellen wieder gelöscht werden. Denn die Erfahrung lehrt: Wenn es erstmal irgendwo eine Datensammlung gibt, findet sich immer eine Behörde oder eine Firma, die ein ganz eigennütziges Interesse an diesen Daten hat. Und das muss man verhindern.“ (DLF -Wie Handy-Tracking funktioniert)

Den Irrsinn, und das beginnende Framing dazu, kann man im Tagespiegel nachlesen:

 „ Warum kann mich der Staat mit der Corona-App nicht überwachen?

Im Gegensatz zu Tracking-Lösungen in China, Polen oder Israel werden die Daten lediglich lokal auf dem Handy gespeichert. Nur wenn eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde, soll es zu einem Datenaustausch kommen. Daten, mit denen die Identität oder der Ort eines Nutzers herausgefunden werden können, werden gerade nicht genutzt, erklären die Forscher. „Wir erheben keine Standortdaten, keine Bewegungsprofile, keine Kontaktinformationen und keine identifizierbaren Merkmale der Endgeräte“, sagt Boos. Zum Schutz der Nutzer wechselt die App zusätzlich alle 30 Minuten die Identifikationsnummer eines Nutzers. Da auf diesem Wege jeder Nutzer der App mehrmals am Tag einen neuen „Ausweis“ bekommt, wird verhindert, dass die gesendeten Daten nachträglich für die Erstellung von Bewegungsprofilen missbraucht werden können.“ (Der Tagesspiegel – Wird das Smartphone bald zum Virendetektor?)

Eine nicht näher bezeichnete Datenbank, die „anonym“ Daten sammelt, setzt einen Informationsweg in Aktion, die bei einer gemeldeten Infektion dessen anonyme Wegkreuzer, über diese Infektion informiert. Diese App soll in der Lage sein, zu unterscheiden, ob diese Begegnung durch eine Scheibe oder Wand getrennt ist. Also jemand in einem Nebenraum war, an der Kasse durch eine Plexiglasscheibe getrennt oder im Auto nebenan saß. Diese erwähne ich nur, damit der technische Laie eine kleine Vorstellung von der technischen Leistungsfähigkeit bekommt.

ID ohne Rückverfolgung?

Alle 30 Minuten soll diese App die ID-Nummer wechseln. Damit soll ein nachträgliches Tracking verhindert werden.  Gut, der Artikel ist vom 1.April 2020 – das erklärt diesen Witz. Ein Beispiel: Auf dem Weg zur Apotheke begegnet mir zufällig jemand um 9:

Corona-Tracking in Litauen
Corona-Tracking in Litauen
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30 Uhr, der an Nachmittag um 16 Uhr dem System mitteilt, er sei positiv getestet. Bei der Meldung haben beide schon mehrfach ihre ID-gewechselt. Wenn es also keinerlei eindeutige Kennung, wie z.B. die IMEI und/oder MAC-Adresse des Chips des Smartphones gäbe, die immer bei solchen BT-Transaktionen eine Rolle spielt, könnte man mich niemals benachrichtigen. Eine „anonyme ID“ hat immer eine Referenz, wenn diese geändert wird. Sonst ist es wertlos, wenn man ID-Ketten nutzen muss. Die ID muss zwingend zum Endgerät führen, auf der diese APP installiert ist. Vielleicht wird nicht die Rufnummer gespeichert, oder Personendaten des Inhabers des Smartphones, aber das ist gar nicht nötig. Jedenfalls kennen Apple und Google über ihre App-Portale den Nutzer genau. Die IMEI/MAC-Adresse des Gerätes und meine Identität kennt der Provider des genutzten Netzes.

Solche Verfahren werden schon heute fast völlig unbemerkt in unserer Landschaft und Städten eingesetzt. Die Stadt Bonn setzt diese Technik seit 2012 zur Staudiagnose ein. Völlig unbemerkt und am Ortseingang mit einen kleinen Zusatzschild ausgewiesen.  (Bonner Generalanzeiger – Mit Hightech aus dem Stau) dazu auch eine Auskunft der Stadt Bonn nach dem IFG zu dem Thema (IG-Anfrage Stadt Bonn -Verkehrszählung per Bluetooth/).

Corona-App als Tor zur freiwilligen Selbstzertifizierung

Ohne eine Legimitation oder gar eine demokratische Kontrolle lieferte die deutsche Telekom dem RKI von 46 Millionen Kunden deren Bewegungsdaten. Diese wecken Begehrlichkeiten. Das ZHAW Institut Urban Landscape hat sich den Bewegungsströmen in einer Forschung seit Jahren gewidmet. (Erfassung und Analyse von Personenströmen im öffentlichen Raum mittels anonymer Bluetooth-Detektion). Hier werden per Bluetooth Bewegungsströme an Bahnhöfen, Flughäfen oder besonderen Plätzen des urbanen Raumes dargestellt. Kommt die Politik jetzt auf die Idee, dass ein paar Hotspots eine besondere Gefahr zur Infektion darstellen, können diese Plätze gesperrt werden und nur für die zugänglich erklärt, die sich „freiwillig“ mit dieser „anonymen“ Corona-APP selbst für die Nutzung zertifizieren. Dieses ist, so wie man hört, Teil der Strategie der Bundesregierung.

Damit verlagert man die Verantwortung und den Schutz der Grundrechte aus den Säulen der Demokratie und schließt eine demokratische Debatte aus. Hin zum Individuum oder sogar in die Privatwirtschaft, die dieses als Dienstleistung den Behörden anbietet.

Geschäftsmodell Selbstzertifizierung

Dieses Geschäftsmodell ist keine Verschwörungstheorie, sondern schon lange Realität. Das World Economic Forum (WEF) in Davos hat sich 2018 ausführlich mit dieser Art der Selbstzertifizierung der Bürger befasst. Weltwirtschaftsforums-Vorständin Cheryl Martin schrieb ein Vorwort im Bericht mit dem namen „Der bekannte Reisende: Wie man das Potential der digitalen Identität für sicheres und reibungsloses Reisen hebt“. Der Finanzexperte Norbert Häring hatte schon damals dieses etwas näher beleuchtet. (Das Weltwirtschaftsforum lässt eine totalitäre Horrorvision wahr werden) In dem Papier stößt man auf eine Formulierung, die diesen psychologischen Schachzug gut beschreibt :

WEF - Selbstzertifizierung
WEF – Selbstzertifizierung
freiwillige Aufgabe der Rechte

“ Die Reisenden müssen die Gelegenheit bekommen, die passive Rolle zu verlassen und zu einer aktiven Partnerschaft im Sicherheitsprozess überzugehen. Wenn sie selbst entscheiden, ihre digitale Identität zu teilen, erfahren sie die Belohnung einer stärker personalisierten und reibungslosen Reise.“

Im Klartext: Wenn du freiwillig deine Daten abgibst, dann darfst du teilnehmen, wenn nicht, bleichst du draußen oder musst eine endlose Prozedur durchlaufen. Zum Beispiel am Flughafen. Du kannst dich mit einer App bei der Sicherheitskontrolle digital mit einem QR-Code selbst zertifizieren, der ein Ranking deiner Gefährlichkeit enthält. Oder an dem einzigen verbliebenen analogen Schalter in der Schlange einreihen – DU hast es in der Hand – Du freier Mensch. Der Algorithmus ist geheim und nicht unter der individuellen oder gar demokratischen Kontrolle. Dagegen ist das chinesische „social Ranking“ glatt Transparenzweltmeister. Da sind die Regeln und die Auswirkung klar definiert. Hier der Link zu dem Papier des „mündigen Reisenden“ des WEF aus 2018. Testländer sind Kanada und die Niederlande. (WEF -System Initiative on Shaping the Future of Mobility – Der BEKANNTE Reisende)

Demokratisch ist daran nichts. Wenn wir hier nicht sehr hellwach sind, landen wir in der Diktatur der Kapitaleigner, denen diese „repräsentative“ Demokratie als Zuträger des Profites dient.