Corona und das Framing “Soziale Distanz”

Soziale Beschränkung als Alibi für politisches Versagen

Der wissenschaftliche Stand zu der SARS-Schwester CORVID-19 (SARS-CoV-2) ist der, dass er eine sog. „Tiefe Lungenentzündung“ verursachen kann. Die Mortalität ist regional sehr unterschiedlich.  Eher ältere Menschen und dabei Männer, sind offenbar stärker betroffen. Die Aussage zu den Opferzahlen sind kaum zu verifizieren. Die Forschung stellt fest, dass auf Grund der bisher unbekannten Aggressivität des Virus, die Mortalität um ca. 30 Prozent höher ist, als bei einer Grippeepidemie.

Dieses Vdeo ist ein gute Übersicht über den Stand der Wissenschaft

Die durch die Politik beschlossenen Eingriffe in die Freiheits- und Grundrechte der Menschen ist im wesentlichen damit begründet, dass die Entscheidungen, oder auch Inaktivität, in den letzten Jahrzenten dazu geführt haben, in Kliniken eher Hüftgelenke einzusetzen als die Notaufnahme und Intensivmedizin mit Personal und Technik für Notfälle auszustatten. Im Gegenteil, man hat privatisiert, Notkrankenhäuser des Zivilschutzes sogar aufgelöst. Der Gesundheitsminister wollte vor wenigen Wochen noch 600 Krankenhäuser schließen.  

Die Sorge um die Bürger, und die damit begründeten Einschränkungen, ist nur eine Notlüge der Politiker, da sie Angst davor haben, Ärzten die Entscheidung zuzuschieben, wen beatme ich und wen nicht. Und dann ggfs. vor die Wähler zu treten und sagen zu müssen, dass wir tausende von Toten haben, weil wir sie nicht versorgen konnten. Das Rezept der Politik ist, die Kurve der Ausbreitung zu verflachen und damit Zeit zu gewinnen. In der Zeit wird man nun fieberhaft an Heilmittel und Impfung arbeiten, Schutzmittel zumindest für die Medizinbeschäftigten beschaffen und YouTube-Kurse erstellen, wie man sich einen Mundschutz bastelt.  

Wir haben kaum eine andere Wahl – außer eine noch unkalkulierbarere Gefährdung.

Soziale Distanz – Umdeutung der sozialen Spaltung

Das Wording „soziale Distanz“, etwas geschmeidiger klingend auf englisch „social distancing“, hat, wie J.P.Morgan sagte, einen anständigen und einen wahren Grund. Die medizinische Definition aus der Virologie heißt nämlich „räumliche Distanz“. Diesen Terminus verwandet man aber nicht. Gottseidank ist das nicht nur mir aufgefallen, sondern auch Hörer des DLF und einigen Soziologen.

Soziale Distanz
Framing – soziale Distanz

Selbst der anständige Teil der Begründung ist schon fragwürdig. Es ist nämlich nicht nur der unterlassene Handschlag oder die Umarmung, sondern auch die klare Aussage, besonders gefährdete Personen zu isolieren. Der Besuch bei Opa und Oma, oder der kranken Tante, ist tabu. Da können Eltern, oder die gefährdeten Personen selbst, dem Kind versuchen zu erklären, dass dieses u.U. eine Gefahr für diese geliebten Personen darstellt, diese zu besuchen. Die Seele des Kindes lernt:“ Ich bin eine Gefahr für Oma oder Opa“. Rational alles wunderbar erklärt, aber Kinder lernen anders. Die Entwicklungspsychologie der Kinder, ist eine der am besten erforschten Gebiete der Sozialwissenschaften und der Psychiatrie. Schon hier wird eine vergiftete Frucht zur doch so „positiven“ Speise. Die Erschaffer dieses Wording kennen diese Tiefenwirkung genau. Der Ausschluss von Vätern bei der Entbindung ist inzwischen fast überall wieder vom Tisch.

Aber kommen wir zur wahren Seite, der unanständigen. Die soziale Distanz wird seit den 1970er Jahren in Deutschland und der EU gezielt vorangetrieben. Wichtige Stationen sind die die sog. Gastarbeiter, Euro, Griechenland, ESM, „Wiedervereinigung“, der Jugoslawienkrieg, Agenda 2010, Migrationssituation und jetzt Corona.

Da wird mit „Prekariat“, bildungsfern, „abgehängt“ oder „sozial schwach“ munter drauflos stigmatisiert und sozial distanziert. In einer Gesellschaft, die Chancengleichheit im Grundgesetz stehen hat. Aus Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe für Menschen, die durch die Wirtschaft ohne Widerspruch in der Gesellschaft, aussortiert werden, wurden Hartz4-Empfänger – also Almosenschnorrer, die man dann noch Kunde nennt. Perverser kann man einen Terminus kaum verdrehen. Jetzt wird „soziale Distanz“ noch zum Ritter der Fürsorge geschlagen.

Ich höre schon die Schreie „Verschwörungstheorie“. Das heißt, bevor man in den Medien und der Politik dieses wording „soziale Distanz“ verwendete, hat sich eine ganze Gruppe von Soziologen/Psychologen Gedanken gemacht. Ja, davon können wir getrost ausgehen, wie bei der Umbenennung vom Arbeitsamt zur „Agentur für Armut“ (wie ich sie nenne) und der Arbeitslose wurde „Kunde“. Oder das Framing-Manual der ARD.   

Corona – der Demokratievirus

Nun ist es an uns, peinlichst darauf zu achten, dass die Beschränkungen nach der Epidemie komplett zurückgefahren werden.

Die Grundrechte müssen ohne wenn und aber wieder hergestellt werden.

Gesundheits- und Katastrophenschutz dürfen kein Stiefkind der Grundversorgung sein

Patient keine kalkulierte Fallpauschale

Krankenhäuser und deren Notfallzentren sind weder notwendiges Übel noch Profitcenter

Digitalen Datenschutz muss nach der verschleiernden DSGVO neu gedacht werden.

Notfallstrukturen ebenso neu aufgestellt werden

Politik darf nicht von einseitigem Sachverstand überrannt werden können

Die Überlegungen einer anderen Wirtschaftspolitik, die auch, wie in Fällen von Hartz4 oder Grundsicherung, zunächst eigene Mittel aufbrauchen lässt, ist eine eigene Betrachtung wert.

Aber dazu brauchen wir andere Politik – also andere Politiker!