EU-Warnung vor kuenstlichen Farbstoffen

 

dpa/pvh)Ab dem 20.Juli 2010 muß, so eine EU-Verordnung, bei Verwendung bestimmten künstlichen Farbstoffen der Warnhinweis “kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen” auf der Packung aufgedruckt sein.

Dieses gilt für die Farbstoffe Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E104), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (E 124) und Allurarot AC (E 129), so der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in Berlin.

Süßigkeiten besonders betroffen

Farbstoff in GummibärchenBesonders in Süßigkeiten sind diese künstlichen Farbstoffe zu finden. Aber auch in Limonaden, Nudeln, Puddings und auch Speiseeis. Diese Farbstoffe werden schon lange mit Allergien und auch Krebs kausal in Verbindung gebracht. Eine britische Studie (und nicht nur diese) hat schon in 2007 einen Zusammenhang dieser synthetischen Farbstoffe mit Hyperaktivität, Aggressivität und Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern gefunden.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA erklärte 2008, dass die britische Studie keine ausreichenden Beweise dafür liefere, dass die Farbstoffe mit Hyperaktivität bei Kindern in Zusammenhang stehen. Das EU-Parlament entschied sich aber jetzt für einen Warnhinweis auf Lebensmitteln, die solche Farbstoffe enthalten.

Wirtschaft kritisiert EU-Verordnung

Die deutsche Lebensmittelwirtschaft und Pharmaindustrie kritisieren diese Verordnung scharf. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht, sprach von “gefühlten Risiken des Verbrauchers”, die ihn verunsichern.

Die Industrie fürchtet anscheinend mündige Verbraucher, die Risiken nicht mehr akzeptieren – wenn sie endlich darum wissen. Wenn der Zusammenhang solche Auswirkungen hat, dann ist der profitable “A(H)DS-Markt” (Stichwort Ritalin) gefährdet.

Natürlicher Ersatz nicht teurer

farbiges Gummi zum Lutschen
© Gabi Schönemann/PIXELIO.de

Diese künstlichen Frabstoffe können durch natürliche erstezt werden. Frucht- und Pflanzenextrakte könnten diese Färbung ebenso gewährleisten. Diese sind allerdings meistens teurer als die synthetischen Stoffe. Bei dem Massenmarkt würde sich aber dieser Faktor in den Produktionskosten im Promille-Bereich bewegen. Dieses haben interne Kalulationen, die Kanal-Vital vorliegen, ergeben. Bei einer 200-Gramm-Packung liegt der Mehraufwand unter 1 Cent.

Der Aufwand, den Packungsaufdruck zu ändern ist rechnerisch so hoch, daß in den nächsten 10 Jahren davon die natürlichen Farbstoffe locker bezahlt werden könnten.

Hier werden mögliche Risiken dem vermeintlichen Profit “geopfert” – getreu dem Motto: “Sie wissen alles und machen nichts!”

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